Wer sind diese Leute, fragst du,
Die da laut rufend durch die Strassen gehen
Und das Ende des Systems und der Ausbeutung fordern?
Warum haben sie ihre Gesichter verhüllt,
Weshalb geben sie sich nicht zu erkennen?
Haben sie etwas zu verbergen, stehen sie etwa
Nicht zu dem, was sie fordern, haben sie Angst
Geradezustehen für was sie tun?
Mag sein, dass manch einer dieser vermummten Menschen
Angst hat, jedoch kaum vor einer ehrlichen Auseinandersetzung;
Viel eher davor, dass das System ihm nicht verzeihen wird,
Dass er auf der andern Seite des Grabens steht,
Der die Klassen trennt: die Ausgebeuteten und jene, die mit ihnen solidarisch sind
Von denen, die an der Ausbeutung verdienen.
Trotzdem verurteilst du, dass diese Menschen, die sich wehren,
Masken tragen, um ihre Gesichter zu schützen,
Und vergisst dabei:
Das System selbst tritt uns nur
Maskiert gegenüber; zeigt niemals sein wahres Gesicht,
Das hässlich wäre: gezeichnet vom Elend,
Von Tod und Verwüstung, von hungernden Kindern
Und Sklavenarbeitern und zerstörten Familien,
Die das System produziert
In seinem alltäglichen, grausamen,
Routinehaften Funktionieren.
Doch was wir meist von ihm zu sehen bekommen,
Ist eine abgeschliffene Maske; ein sanftes Gesicht,
Das uns Wohlstand verspricht und uns
Mit Lügen umwickelt und Illusionen vorhält.
Ist es nicht nur folgerichtig, dass man jener Maske des Systems
Eine andere Maske entgegenhält wie einen Spiegel:
Eine Maske aber, die nichts vorspielt, kein schönes Bild vorgaukelt,
Sondern einfach schwarz ist:
Schwarz wie die Trauer über soviel Ungerechtigkeit,
Schwarz wie das Verborgene, wo sich der Widerstand formiert?
Ist es nicht vernünftig, einzelne mutige Gesichter zu verbergen,
Die sich wehren, weil es nicht darauf ankommt,
Wer sich gegen das System wehrt, sondern
Nur darauf, dass sich Menschen wehren?
Ich frage.
Philipp Zimmermann
Sonntag, 26. Mai 2013
Dienstag, 9. April 2013
Samstag, 23. März 2013
Mittwoch, 27. Februar 2013
Der Empörte
für Stéphane Hessel
Es wäre einfach
Gewesen für Dich
Nach all den Kämpfen
Mit der Zeit
Zu verstummen
In würdiger Zurückhaltung
Das Schreien gegen
Die Ungerechtigkeit
Den Nachgeborenen
Zu überlassen
Doch Du wusstest:
Würdiger und menschlicher
Ist das Aufbäumen
In der Hoffnung
Auf ein neues Morgen
Deine wachen Augen
Schliessen sich für immer
Doch Deine Stimme
Tausendfach gehört
Spricht weiter in uns
Es wäre einfach
Gewesen für Dich
Nach all den Kämpfen
Mit der Zeit
Zu verstummen
In würdiger Zurückhaltung
Das Schreien gegen
Die Ungerechtigkeit
Den Nachgeborenen
Zu überlassen
Doch Du wusstest:
Würdiger und menschlicher
Ist das Aufbäumen
In der Hoffnung
Auf ein neues Morgen
Deine wachen Augen
Schliessen sich für immer
Doch Deine Stimme
Tausendfach gehört
Spricht weiter in uns
Mittwoch, 20. Februar 2013
Dich finden
Vertrautheit durchflutet mich
Als ob ich Dich schon ewig
In mir und mit mir trüge
Und plötzlich erschrecke ich
Weil Du mich zu gut kennst
Ein kaltes und warmes Erzittern
Vor Deinen Gefühlen
Wenn Dein Lachen ungestüm
In mir widerhallt und ich
Mich fürchte vor Deiner Angst
Rücksichtslos sprechen
Deine Worte die Gedanken aus
Die ich nicht zu formulieren weiss
Es scheint als würde was ich denke
Erst aus Deinem Mund geboren
So viele Träume tragen uns
In die Weite der Möglichkeiten
Du nimmst meine Hand und führst
Und ich verirre mich
In den Dingen die Du suchst
Bis endlich Dein Herzschlag
In meiner Brust pocht
Und bis Du weinst
Und eine leise Träne
Aus meinen Augen fällt
Als ob ich Dich schon ewig
In mir und mit mir trüge
Und plötzlich erschrecke ich
Weil Du mich zu gut kennst
Ein kaltes und warmes Erzittern
Vor Deinen Gefühlen
Wenn Dein Lachen ungestüm
In mir widerhallt und ich
Mich fürchte vor Deiner Angst
Rücksichtslos sprechen
Deine Worte die Gedanken aus
Die ich nicht zu formulieren weiss
Es scheint als würde was ich denke
Erst aus Deinem Mund geboren
So viele Träume tragen uns
In die Weite der Möglichkeiten
Du nimmst meine Hand und führst
Und ich verirre mich
In den Dingen die Du suchst
Bis endlich Dein Herzschlag
In meiner Brust pocht
Und bis Du weinst
Und eine leise Träne
Aus meinen Augen fällt
Montag, 18. Februar 2013
Dir ein Gedicht
Ich schreibe
Dir ein Gedicht
Und bin mir
Dabei nicht sicher
Ob ich es
Für Dich schreibe
Oder dank Dir
Schreiben kann
Oder wegen Dir
Schreiben muss
Dir ein Gedicht
Und bin mir
Dabei nicht sicher
Ob ich es
Für Dich schreibe
Oder dank Dir
Schreiben kann
Oder wegen Dir
Schreiben muss
Samstag, 9. Februar 2013
Mit Dir
Mit Dir auf dem Boden sitzen
Oder auf eine Mauer klettern
Uns darauf niederlassen
Von da oben die Aussicht
Und die Aussichten betrachten
Dir zuhören und in Deinen Augen
Sehen was Deine Worte auslassen
Deine Hand halten und
Mit Dir sprechend
Meine Rettung suchen
Mit Vertrauen unsere Narben
Und Erinnerungen überwinden
Um ganz in der Gegenwart zu leben
Ich in Deiner Gegenwart
Und Du in meiner
Oder auf eine Mauer klettern
Uns darauf niederlassen
Von da oben die Aussicht
Und die Aussichten betrachten
Dir zuhören und in Deinen Augen
Sehen was Deine Worte auslassen
Deine Hand halten und
Mit Dir sprechend
Meine Rettung suchen
Mit Vertrauen unsere Narben
Und Erinnerungen überwinden
Um ganz in der Gegenwart zu leben
Ich in Deiner Gegenwart
Und Du in meiner
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